PV-Anlage liefert weniger Ertrag – woran liegt das?
Ein Modul, das keinen Strom mehr liefert, wird in der Sonne trotzdem heiß, oft weit über 100 °C. Solche Hotspots können das Glas springen lassen, Stecker und Kabel überhitzen und im schlimmsten Fall einen Brand auslösen. Bemerkt wird so ein Defekt meist nicht auf dem Dach, sondern erst, wenn am Jahresende Ertrag fehlt. Deshalb lohnt es sich, einem Ertragsrückgang nachzugehen, statt ihn abzuhaken.
Erst prüfen: War es einfach weniger Sonne?
Ein schwächerer Monat ist nicht automatisch ein Defekt. Ein trüber Sommer oder ein schneereicher Winter drückt den Ertrag, auch wenn an der Anlage alles in Ordnung ist. Der Vergleich mit dem Vorjahr hilft deshalb nur begrenzt, denn das Wetter war ein anderes. Aussagekräftig wird es erst, wenn man den Ertrag mit der Sonne vergleicht, die tatsächlich auf Ihr Dach gefallen ist.
Die häufigsten Ursachen
Ein Modul oder ein String liefert nicht mehr. Ein gerissener Zellverbinder, ein defekter Stecker oder eine ausgefallene Bypassdiode lassen einen Teil der Anlage verstummen. Der Wechselrichter läuft weiter und meldet oft keinen Fehler, weil die übrigen Module ja Strom liefern.
Hotspots. Eine beschädigte oder dauerhaft beschattete Zelle setzt Strom in Wärme um, statt ihn weiterzugeben. Das kostet Ertrag und ist der Fall, bei dem Sicherheit wichtiger ist als das Geld.
Neue Verschattung. Ein gewachsener Baum, ein neuer Anbau beim Nachbarn oder eine Satellitenschüssel werfen Schatten, den es bei der Planung noch nicht gab.
Verschmutzung. Laub, Moos, Vogelkot oder Staub aus Landwirtschaft und Industrie liegen besonders an flachen Dächern lange auf den Modulen.
Der Wechselrichter schaltet ab. Bei einem Isolationsfehler, einer Störung oder zu hoher Netzspannung trennt er sich vom Netz. Kurze Abschaltungen fallen kaum auf, häufige summieren sich.
Normale Alterung. Module verlieren mit den Jahren etwas Leistung. Das ist langsam und gleichmäßig. Ein plötzlicher Rückgang hat fast immer eine andere Ursache.
Wie Sie die Ursache eingrenzen
- Wechselrichter-Anzeige und Hersteller-App ansehen: Fehlermeldungen, Abschaltungen, auffällige Tage.
- Ertrag gegen die Sonne vergleichen, nicht nur gegen das Vorjahr.
- Die Strings vergleichen, wenn Ihr Wechselrichter mehrere Eingänge hat. Liefert einer deutlich weniger als die anderen, liegt das Problem meist dort.
- Vom Boden aus hinsehen: neue Schatten, Verschmutzung, sichtbare Schäden. Bitte nicht aufs Dach steigen und nichts an Steckern oder Kabeln öffnen, das ist Arbeit für einen Fachbetrieb.
- Prüfung vor Ort, zum Beispiel mit einer Wärmebildkamera aus der Luft. Sie zeigt heiße Module und Stecker direkt.
Was der Ertragswächter dabei übernimmt
Der Ertragswächter holt die Erträge Ihrer Anlage direkt vom Wechselrichter und vergleicht sie mit der gemessenen Sonne an Ihrem Standort. Liefert die Anlage über mehrere sonnige Tage zu wenig, meldet sich die App auf Ihrem Telefon, statt dass der Verlust erst mit der Jahresabrechnung auffällt. Ab dem Plus-Abo vergleicht sie zusätzlich die Strings untereinander.
Die Temperatur misst die App nicht, und sie sieht keinen Hotspot. Sie merkt den Ertragsverlust, der ein Warnzeichen sein kann. Die Ursache klärt dann eine Prüfung vor Ort.
Häufige Fragen
Ist weniger Ertrag im Winter normal?
Ja. Die Sonne steht tiefer, die Tage sind kürzer, Schnee kann die Module bedecken. Entscheidend ist, ob der Ertrag zur Sonne passt, die tatsächlich da war.
Meldet mein Wechselrichter nicht von selbst, wenn ein Modul defekt ist?
Meist nicht. Fällt ein einzelnes Modul oder ein Teil eines Strings aus, arbeitet der Wechselrichter mit den übrigen Modulen weiter und zeigt oft keinen Fehler an.
Ist ein Ertragsverlust gefährlich?
Nicht jeder. Wenn aber ein Modul keinen Strom liefert und sich trotzdem aufheizt, entsteht ein Hotspot, der weit über 100 °C erreichen kann. Darum sollte ein unerklärter Rückgang geprüft werden.