Wechselrichter zeigt keinen Fehler – und trotzdem fehlt Ertrag
Ein Modul, das keinen Strom liefert, wird trotzdem heiß, oft weit über 100 °C, und kann im schlimmsten Fall einen Brand auslösen. Viele Betreiber verlassen sich darauf, dass der Wechselrichter sich meldet, wenn etwas nicht stimmt. Das tut er aber nur bei seinen eigenen Störungen. Ein Defekt auf dem Dach bleibt dagegen oft monatelang unbemerkt.
Was der Wechselrichter meldet und was nicht
Der Wechselrichter überwacht vor allem sich selbst und das Netz: Isolationsfehler, Netzstörungen, Überhitzung im Gerät. In solchen Fällen zeigt er eine Fehlermeldung oder schaltet ab.
Er weiß aber nicht, wie viel Ihre Anlage bei der aktuellen Sonne liefern müsste. Fällt ein Modul oder ein Teil eines Strings aus, kommt einfach etwas weniger Strom an. Für den Wechselrichter sieht das aus wie eine Wolke. Er arbeitet mit den übrigen Modulen weiter und meldet nichts.
Typische stille Ertragsverluste
- Ein Modul oder ein Teil davon liefert nicht mehr, etwa wegen eines Zellrisses, einer defekten Bypassdiode oder eines gelösten Steckers.
- Ein ganzer String fällt aus oder liefert deutlich weniger, zum Beispiel durch einen beschädigten Stecker oder ein defektes Kabel.
- Neue Verschattung durch Bäume, Anbauten oder Antennen.
- Verschmutzung, besonders bei flachen Dächern.
- Der Wechselrichter drosselt, weil es im Aufstellraum zu heiß ist oder weil eine Einspeisebegrenzung eingestellt ist. Das ist kein Defekt, aber es kostet Ertrag und sollte bekannt sein.
So merken Sie stille Verluste
Ertrag mit der Sonne vergleichen. Ein sonniger Tag mit auffällig wenig Ertrag ist ein Hinweis. Ein einzelner Tag sagt allerdings wenig, erst mehrere sonnige Tage ergeben ein klares Bild.
Die Eingänge vergleichen. Viele Wechselrichter zeigen in ihrer App Spannung und Strom je Eingang. Sind zwei Strings gleich aufgebaut und gleich ausgerichtet, sollten sie bei Sonne ähnliche Werte liefern. Liegt einer deutlich darunter, lohnt sich ein genauerer Blick.
Die Hersteller-App regelmäßig ansehen. Sie zeigt die Zahlen, vergleicht sie aber nicht mit dem, was die Sonne erwarten lässt. Wer nicht regelmäßig hinschaut und selbst vergleicht, bemerkt einen schleichenden Verlust meist erst bei der Jahresabrechnung.
Was der Ertragswächter übernimmt
Der Ertragswächter holt die Erträge direkt vom Wechselrichter, unter anderem von Fronius, Kostal, SMA, Enphase, Huawei und SolarEdge. Er vergleicht sie jeden Tag mit der gemessenen Sonne an Ihrem Standort und meldet sich auf Ihrem Telefon, wenn die Anlage über mehrere sonnige Tage zu wenig liefert. Ab dem Plus-Abo vergleicht er zusätzlich die Strings untereinander.
Die App misst keine Temperatur und sieht keinen Hotspot. Sie merkt den Ertragsverlust. Die Ursache klärt eine Prüfung vor Ort.
Häufige Fragen
Warum meldet mein Wechselrichter keinen Fehler, obwohl Ertrag fehlt?
Weil er nur seine eigenen Störungen überwacht. Ein ausgefallenes Modul oder ein schwacher String führt nur zu weniger Strom, und das hält der Wechselrichter für normales Wetter.
Woran erkenne ich einen ausgefallenen String?
In der Wechselrichter-App liefert ein Eingang bei Sonne deutlich weniger Strom oder Spannung als ein gleich aufgebauter anderer, oder gar nichts. Messen und reparieren sollte das ein Fachbetrieb.
Reicht die App meines Wechselrichter-Herstellers nicht aus?
Sie zeigt Ihnen die Zahlen. Ob die Zahlen zur Sonne passen, müssen Sie selbst beurteilen. Der Ertragswächter macht diesen Vergleich jeden Tag automatisch und meldet sich, wenn etwas nicht stimmt.