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Hotspot am Solarmodul: warum er gefährlich ist und wie man ihn findet

Ein Hotspot ist eine Stelle im Solarmodul, die keinen Strom mehr liefert, sondern Strom in Wärme umsetzt. Sie kann weit über 100 °C heiß werden. Bei einer Drohnen-Inspektion in Ostbayern wurden an einer einzelnen Zelle 103 °C gemessen, während die Module daneben normal warm waren. Solche Stellen können das Glas springen lassen, die Rückseitenfolie verbrennen, Anschlussdose, Stecker und Kabel überhitzen und im schlimmsten Fall einen Brand auslösen.

Wie ein Hotspot entsteht

In einem Modul sind die Zellen in Reihe geschaltet. Liefert eine Zelle weniger als die anderen, müssen die übrigen ihren Strom trotzdem durch sie hindurchdrücken. Die schwache Zelle wird dabei zum Widerstand und heizt sich auf. Typische Auslöser:

  • Dauerhafte Verschattung einer Stelle, etwa durch den Arm einer Satellitenschüssel, einen Kamin, Laub oder Vogelkot.
  • Zellrisse, zum Beispiel nach Hagel, nach dem Betreten des Moduls oder durch Transport und Montage.
  • Defekte Lötstellen oder Zellverbinder im Modul.
  • Eine ausgefallene Bypassdiode. Sie soll einen verschatteten Teil des Moduls überbrücken. Funktioniert sie nicht, bleibt die schwache Stelle im Stromkreis.
  • Feuchtigkeit, die durch eine beschädigte Abdichtung ins Modul gelangt.

Warum man einen Hotspot kaum bemerkt

Von außen sieht ein Modul mit Hotspot oft völlig normal aus. Ein Zellriss ist mit bloßem Auge meist nicht zu erkennen, die Hitze schon gar nicht. Der Wechselrichter meldet in der Regel nichts, weil die Anlage insgesamt weiterläuft. Und der Ertragsverlust eines einzelnen Moduls ist manchmal so klein, dass er in den Zahlen nicht auffällt. Ein unauffälliger Ertrag ist deshalb keine Garantie dafür, dass auf dem Dach alles in Ordnung ist.

Wie Sie einen Hotspot finden

Wärmebild-Prüfung. Am zuverlässigsten zeigt eine Wärmebildkamera einen Hotspot, aufgenommen an einem sonnigen Tag, während die Anlage Strom erzeugt. Mit einer Drohne geht das ohne Gerüst und ohne dass jemand das Dach betritt.

Den Ertrag im Blick behalten. Kostet ein Defekt spürbar Ertrag, ist das oft das erste Warnzeichen, lange bevor jemand aufs Dach schaut. Dafür braucht es den Vergleich mit der Sonne, die tatsächlich da war, nicht nur mit dem Vorjahr.

Die Strings vergleichen. Hat Ihr Wechselrichter mehrere Eingänge, kann ein auffällig schwacher String auf ein Problem in genau diesem Teil der Anlage hinweisen.

Was Sie tun sollten, wenn ein Verdacht besteht

Bitte nicht selbst aufs Dach steigen und keine Stecker oder Kabel öffnen. Lassen Sie die Anlage von einem Fachbetrieb prüfen. Ist die Ursache eine Verschattung, reicht oft schon, sie zu beseitigen, etwa die Satellitenschüssel zu versetzen. Ist die Zelle beschädigt, wird das Modul in der Regel getauscht. Nach Hagel lohnt es sich, den Zustand mit Wärmebildern zu dokumentieren, bevor Sie mit der Versicherung sprechen.

Was der Ertragswächter dabei leisten kann

Der Ertragswächter holt die Erträge direkt vom Wechselrichter und vergleicht sie mit der gemessenen Sonne an Ihrem Standort. Liefert die Anlage über mehrere sonnige Tage zu wenig, meldet sich die App. Ab dem Plus-Abo vergleicht sie zusätzlich die Strings untereinander.

Einen Hotspot selbst sieht die App nicht, und sie misst keine Temperatur. Sie merkt den Ertragsverlust, der ein Warnzeichen sein kann. Die Ursache klärt eine Prüfung vor Ort, zum Beispiel mit einer Wärmebildkamera.

Häufige Fragen

Kann man einen Hotspot mit bloßem Auge sehen?

Meist nicht. Manchmal deuten Verfärbungen, Schmauchspuren oder ein gesprungenes Glas darauf hin, dann ist der Schaden aber schon fortgeschritten. Sicher erkennt man ihn mit einer Wärmebildkamera.

Ist jeder Hotspot gefährlich?

Nicht jede warme Stelle ist sofort gefährlich. Wird eine Stelle aber deutlich heißer als ihre Umgebung, sollte die Ursache geklärt werden, denn mit der Zeit kann der Schaden wachsen.

Erkennt der Ertragswächter Hotspots?

Nicht direkt. Die App misst keine Temperatur. Sie meldet sich, wenn Ihre Anlage über mehrere sonnige Tage weniger liefert, als die Sonne erwarten lässt. Das kann ein Hinweis auf einen Hotspot sein, aber auch andere Ursachen haben.

Mehr über den Ertragswächter